Jaood.com


Sashque`s bloque


Wenn die tägliche Informationsversorgung quantitativ ins Unermessliche steigt, spricht man von einer Aufmerksamkeitsökonomie. Kennzeichen dieser ist immer eine Aufmerksamkeitsinflation, die analog zur Preisbildung in der freien Marktwirtschaft durch einen Überfluss an Angebot und einem Mangel an Nachfrage entsteht: Während alle ständig darauf bedacht sind durch immer mehr Sensationalismus und Provokation wahrgenommen zu werden, stellt sich ein allgemeines Desinteresse an Hintergrundwissen und Einzelheit ein. Es deutet vieles darauf hin, dass wir uns einem kritischen Zustand nähern. So z.B. verliert die Tageszeitung “BILD”, welche dieses Konzept mit am frühesten erkannt hat und über Jahre hinweg reproduziert unaufhaltsam an Lesern.
Dies ist ein generationsspezifisches Dilemma: Während früher auffällige Kleidung und ausgefallene Musikgeschmäcker ein wirksames Mittel der Provokation unter Jugendlichen waren, entlocken sie heute damit bestenfalls ein “ach, wie süß” aus ihren Eltern/Lehrern.
Warum also noch überhaut was sagen? Warum noch die Mühe machen, sich Aufmerksamkeit zu verschaffen, die man eh nicht bekommt? Neulich unterbrach der Moderator eines lokalen Radiosenders die musikalische Dauerschleife, um unter anderem mir mitzuteilen, Herr Bush habe für Frau Merkel eine Wildsau angeschnitten. Und hier die Antwort: Weil man vielleicht trotzdem gehört wird.

So beginnt Sashque`s erstlings Post, ich sag einfach mal: das kann noch spannend werden.


Published on July 20, 2006 and Filed under: Uncategorized



Leave a Reply