Jaood.com


Web-Anwendungen auf dem Desktop


Gleich drei große Alternativen gibt es, wenn es darum geht Web-Anwendungen auf den Desktop zu bringen. Von jeher gab es eine große Kluft zwischen Software Anwendungen und Webware Anwendungen. Auf der einen Seite stand die Software, geschrieben in hartem Code, jedes Programm für sich, mit eigenen Spezifikationen. Auf der anderen Seite die Web-Anwendungen, geschrieben in Script Sprachen, alle im Browser geöffnet und alle Teil des Netzes, ein kleiner Teil im großen Netz.

Ein gutes Beispiel für eine lokale Anwendung ist Mozilla Thunderbird. Ein Beispiel für eine Webanwendung ist Google Mail. Wenn man Thunderbird startet geht es ausschließlich um das Emailen. Wenn man Google Mail über Firefox aufruft kann man zwar mailen, aber die Webanwendung wird durch allerlei Leisten bzw. Oberfläche von Firefox überdeckt bzw. eingedampft. – zitat Borman

Der Trend geht jedoch verstärkt dahin, dass nur noch die Web Anwendungen genutzt werden und Software stirbt. Gleich drei Bewerber gehen nun in das Rennen, einzelne Web Anwendungen auf den Desktop zu bringen. Zum einen wäre da Microsoft mit Silverlight, dann Adobe mit ihrer Adobe Integrated Runtime (kurz AIR) und last but not least Mozilla mit Prism. Prism basiert auf Webrunner und ist im Grunde ein Mozilla Browser ohne Adress- und Menüleiste, Tabbing und anderem Schnörkel, dadurch steht nur die Web-Anwendung im Vordergrund und wirkt wie ein eigenes Programm.

Interessant ist, dass die drei Anbieter jedoch stark unterschiedliche Ziele haben. Das Hauptziel immer mehr Web-Anwendungen auf den Desktop zu bringen teilen alle, doch Microsoft und Adobe sind eher darauf aus mittels proprietärer Technologie “das Web zu ersetzen”. Mozilla hingegen möchte “die Kluft der Nutzererfahrung überwinden, die zwischen Desktop- und Web-Anwendungen besteht”.

Diese Form der Nutzung bringt auch einige Vorteile mit, so kann Prism auf lokal gespeicherte Dateien zugreifen, Drag and Drop wird ermöglicht und einheitliche Navigation als Standard eingeführt. Außerdem wird der Schwerpunkt auf die Anwendung gelegt und diese ist nicht mehr länger nur kleiner Teil des Webs. Allerdings wird es bis zum Ende des Webs in seiner jetzigen Form nicht so schnell kommen. Hoffentlich.


Published on April 13, 2008 and Filed under: Netzwelt
Tags: , , , , , , , ,



Leave a Reply